Unlängst erlebte ich einen ganz neuen Zugang zum Thema „Schnupfen“, mit dem eine sofortige Heilung einher ging.

Wenn im Herbst die Kälte ins Gebein kriecht, bin ich schon mein ganzes Leben lang umgehend mit dem Phänomen Erkältung konfrontiert. Diesem alljährlich stattfindenden Prozess konnte ich durch unseren Costa Rica-Aufenthalt drei zusammenhängende Sommer lang erfolgreich entgehen. Irgendwann allerdings holt einen die Wahrheit immer wieder ein. Bei mir war es während des heftigen Hurrikans auf unser Mallorca-Reise soweit: Ich konnte deutlich beobachten, wie die Kälte in mich hinein kroch, während die Nase zuschwoll und zu laufen begann. Es hatte mich wieder einmal voll erwischt.

Nachts im Bett konnte ich kaum mehr durch die Nase atmen, und die üblichen Panik-Muster durchliefen im Schnelldurchlauf mein System: „Jetzt geht es wirklich nicht … Wochenlang krank, keinen Bock … Tagelanges Dahinsiechen, nein danke … Nachts nicht schlafen können und am Tag nicht fit sein, oh Gott … „. Kurz: Es fetzt einfach nicht, nicht fit zu sein. Und dann diese Gedanken, die eine Willensanstrengung gegen das Kranksein fördern und somit zum Kampf gegen das führen, was eben ist und sich zeigen möchte. Dabei ist klar, dass jeder Kampf, eben auch dieser, die eigentliche Heilung verhindert. Warum also nicht einfach genau Nichts damit tun und den Schnupfen sein lassen? Und eigentlich ist doch gar nichts Schlimmes dabei, mal krank zu sein, oder?

Nicht, dass ich dies alles nicht gewusst hätte, aber wenn es gerade an einer alternativen Perspektive fehlt, folgt man gerne den ausgetretenen Pfaden der eigenen Gewohnheiten. Diesmal fiel mir aber spontan eine alternative Sichtweise auf das Geschehen ein, und ich begann zu dechiffrieren, was da eigentlich bei mir los war: Genauer betrachtet bekomme ich durch das Liegen eine stetig mehr zuschwellende Nase, die zu Atemnot führt und Erstickungsangst in mir auslöst. Dabei habe ich Erstickungsangst noch nie wirklich gefühlt, jedenfalls nicht mit jeder Faser meines Körpers. So lenkte ich den Fokus von den vermeintlich alarmierenden körperlichen Sensationen auf das tatsächliche Gefühl.

Dies führte umgehend zu einer heftigen Aktivität in der Lunge und im Herzraum. Ich fühlte einfach nur diese Erstickungsangst und beobachtete, dass sich das gar nicht schlimm anfühlte. Vielmehr irgendwie entspannend und sensationell. Vor meinem geistigen Auge tauchten Erinnerungen auf, in denen ich Erstickungssituationen erlebt hatte, die mich anscheinend traumatisiert hatten und die nun mit jedem Schnupfen auf Erlösung drängten. Dazu gehörte auch meine Geburt, während der ich von meiner eigenen Nabelschnur stranguliert wurde. Ich hatte als Kind auch einen immer wiederkehrenden Traum, dass ich von einem ganz schweren Baum, der auf meiner Brust liegt, ganz langsam erdrückt werde. Das alles erlebte ich in jener Nacht noch einmal sehr tief auf einer Gefühlsebene.

Am nächsten Morgen war die Stagnation zusehends vorbei und Heilung konnte geschehen. Es war eine intensive durchwachte Nacht, aber sie war auch sehr schön, und am nächsten Tag fühlten sich meine Atmung und meine Lunge wie befreit an. Ebenso fühlte sich meine Stimme am Tag danach wie von einer ewigen Last befreit an.

Für mich ist das eine schöne Erkenntnis, dass in jedem Schnupfen eine große Heilung schlummert. Und, dass wir immer die Wahl haben, die gewohnte Perspektive zu wechseln. Wundersamerweise hatte Rosa in ebenjener Nacht eine ganz ähnliche Erfahrung.
Alles Liebe!

Von Herzen,
Rosa & Michael mit Yoko, Nakoa & Satya

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